Sonntag, 19. Februar 2012
Meine Stadt
up2thesky, 12:44h

Wenn Flügel brechen
deren Struktur immer so stark schien
deren Flügelschläge immer so kräftig und unschlagbar waren
Wenn Flügel brechen, zerplatzen Träume.
Träume die kurz vor dem Fall so nah waren.
Aber jetzt mit jeder Sekunde weiter entfernt scheinen.
Man fällt und nicht die grösste Wolke kann dich auffangen.
Wenn Flügel brechen, spürst du plötzlich wieder die Ketten an deinen Füssen. Siehst wie gebunden und eingeschränkt du eigentllich bist und bleibst.
Wenn Flügel brechen, stürzt alles ein.
Die kleine, bunte Stadt - die man sich aufgebaut hat.
Monate und Jahre lang
Sogar das kleinste Häuschen Selbstvertrauen zerfällt wieder in 1000 Backsteine.
Kein Haus dieser Stadt besitzt mehr ein Dach.
Die Sicherheit ist hast du mitgenommen als du fort gingst..
Jeder Fluss da unten, der beim Fliegen noch so schön glänzte, ist jetzt zugefroren.
Die Fischer sind fortgegangen. Irgendwohin, wo noch alles lebt und sich bewegt
Irgendwohin wo alles in seiner Fülle lebt und nicht so verlassen und leer ist wie hier
Keine Bäume stehen mehr senkrecht, sie haben alle Blätter verloren. Ihre Wurzeln, die einst so tief waren, liegen jetzt gezeichnet von Wunden und Narben unter dem Laub und suchen nach Luft
Die Vögel zwitschern schon lange nicht mehr auf ihnen. Sie sind los geflogen um einen Ort zu finden, an dem es wärmer ist als hier. Um dort ihre Nester wieder aufzubauen und von vorne zu beginnen. Irgendwo, wo die Blüten und Blätter wieder den gewohnten Schutzt bieten.
Alle romantischen Lichter dieser Stadt sind jetzt erloschen.
Meiner Stadt..
Ich kann dir nicht sagen wie sie heisst, oder wo sie liegt.
Aber s war vor einiger Zeit ein wunderschöner Ort.
Vielleicht liegt sie gerade in ihren Winterschlaf und blüht im Frühling wieder zu voller Pracht auf. Vielleicht existiert sie bis dahin aber auch gar nicht mehr. Wie Flügel, die mal stärker waren als alles andere..
Niemand kann sagen, warum meine Flügel gebrochen sind
Vielleicht war der Gegenwind der Zeit zu stark..
Einst so zuversichtlich in die Augen der Zeit geschaut.
Keine Sekunde und Minute gescheut, denn es gab sie nicht. Sie mit offenen Armen empfangen und ihre unberechenbarkeit geschätzt.
Die Uhr so gestellt wie wir es wollten.
Die Nacht zum Tag gemacht und die Minute in tausend Stunden.
Konnten in einer Nacht bis zu den Sternen fliegen und morgens zurück kommen. Von Wolke zu Wolke springen und schwerelos sein..
Wir rissen und fielen
Dieser Tiefflug wird begleitet von meiner eigenen Symphonie, geprägt von meinen Gedanken und geführt vom Schicksal.
Die Musik Wird sich irgendwann verändern.
Künstler meiner Stadt beginnen mit einem Pinsel und einer weissen Leinwand ein Kunstwerk zu erschaffen. Sie werden Berge und Menschen bewegen. Sie werden alles wieder aufbauen - nicht mit altem, sondern mit neuem, festem Zement.
Und wenn dann alles wieder steht, wirst du merken, nichts wird wieder sein wie es einmal war.
Und das einzige was jetzt geblieben ist, ist leere.
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